Neue Möglichkeit Strom in der Nachbarschaft zu teilen

Energy Sharing seit Juni möglich – das sollten Sie beachten

Sie besitzen eine Solaranlage, die mehr Strom produziert, als Sie selbst verwenden können? Mit Energy-Sharing gibt es nun seit Juni eine neue Möglichkeit Strom direkt an die Nachbarschaft weiterzuverkaufen.

Menschen stehen in einem Garten vor einer PV-Anlage
Mit den neuen Regelungen zum Energy Sharing kann Strom ab jetzt einfacher direkt an die Nachbarn verkauft werden.

Was sind die Vorteile von Energy Sharing

  • Solaranlagen-Besitzende können durch Energy Sharing höhere Einnahmen erzielen und ihre Anlage wirtschaftlicher machen (wie hoch die Einnahmen sind, muss in einem Energieliefervertrag festgelegt werden)
  • Nachbarn ohne eigene Solaranlage können günstigen und sauberen Strom direkt aus der Nachbarschaft nutzen und so an der Energiewende greifbar partizipieren.
  • Durch Energy Sharing werden Abhängigkeiten von schwankenden Energiemarktpreise verringert

Das sollte beachtet werden

  • Sowohl der Solaranlagen-Besitzer als auch die Abnehmer in der Nachbarschaft benötigen einen Smartmeter und müssen sich im Gebiet desselben Stromnetzbetreibers befinden
  • Für die Nutzung des Netzes fallen Netzentgelte, Stromsteuer, Umlagen und Konzessionsabgaben weiterhin in voller Höhe an. Dadurch ergeben sich momentan noch keine großen finanziellen Vorteile durch die Nutzung von Energy Sharing
  • Wie groß der finanzielle Vorteil für beide Parteien wirklich ist, hängt vom normalen Stromtarif des Empfängers und der Höhe der Einspeisevergütung für den Anbieter ab
  • So richtig lohnenswert wird Energy Sharing für Privatpersonen voraussichtlich erst, wenn sie nach 20 Nutzungsjahren aus dem garantierten Fördersatz für ihre Stromeinspeisungen herausfallen
  • Wird der Strom nur innerhalb des Gebäudes weitergegeben, dann handelt es sich rechtlich gesehen um eine gemeinschaftliche Gebäudeversorgung und nicht um Energy-Sharing

Fazit des EBZ

Energy-Sharing eröffnet neue Möglichkeiten, Solarstrom direkt mit der Nachbarschaft zu teilen und die Energiewende vor Ort zu stärken. Aktuell sind die finanziellen Vorteile aufgrund bestehender Netzentgelte und weiterer Abgaben jedoch noch begrenzt. Langfristig könnte das Modell insbesondere für Betreiber älterer Solaranlagen an Bedeutung gewinnen und einen wichtigen Beitrag zu einer dezentralen und nachhaltigen Energieversorgung leisten.

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